Rückblick 2019

Das Jahr 2019 ist ein Spannendes und bereits jetzt gab es tolle Aktionen:

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Zum WaldNetzWerk-Jubiläum:
WaldNetzWerk verschenkte Gastspiele von „Fräulein Brehm“

Wer kennt denn noch heute den Zoologen Alfred Brehm, der sein umfangreiches Wissen bereits im 19. Jahrhundert als „Brems Tierleben“ veröffentlichte? Mit dieser Frage ans Publikum beginnt „Fräulein Brehm“ ihr Theaterstück…

Schauspielerin Tine Kiefl alias Fräulein Fridoline Minerva Brehm bot mit „Canis lupus – Der Wolf“ anschauliche Einblicke in die Welt der Wölfe. Die Diskussion rund um die wieder in Deutschland lebende Wildtierart ist groß, doch Fräulein Brehm bedient sich ausschließlich den wissenschaftlichen Fakten; Gerüchte und Märchen haben bei Ihr keine Chance und werden entlarvt… Wo genau und wie leben Wölfe in Deutschland? Was hat es mit den Schlagzeilen auf sich, die den Wolf der Blutrünstigkeit bezichtigen? Fräulein Brehms Tierleben bietet das einzige Theater weltweit für gefährdete, heimische Tierarten. Gründlich recherchiert, poliert und auf den Punkt gebracht…

So wird das Publikum einerseits gut unterhalten, anderseits auch noch mit Fachwissen versorgt und zwischendurch mit einbezogen. Am Ende kann dadurch jeder einzelne Zuschauer Position beziehen und siehe da: mit dem neu erworbenen Wissen hat der Wolf viele Fürsprecher! Die Kenntnisse rund um das Jagdverhalten von Wölfen, das Verhalten von wilden Beutetieren des Wolfes und das von Schafen sowie die Erkenntnisse rund um Herdenschutzhunden, lassen den Wolf in einem anderen Licht erscheinen. So wird er vom „Rotkäppchenfresser“ aus dem Märchen zum Bestandteil unserer heimischen Tierwelt…

Auf Einladung des WaldNetzWerkes, das anlässlich des 10-jährigen Jubiläums das Gastspiel verschenkt hatte, konnten sich drei Schulen über das Theaterstück freuen: die Grundschulen in Jagsthausen und Stetten waren mit den 3. & 4. Klasse dabei und in Bad Rappenau kamen die fünf 4. Klassen der Verbundschule auf diese Art und Weise mit den Wolf in Kontakt.

Nach der Darbietung, bei dem die Schüler das Leben der Wölfe intensiv kennen lernen und dadurch vieles verstehen konnten, stand Fräulein Brehm noch für die vielen Fragen der Schüler bereit…
Für die Geschäftsführerin des WaldNetzWerk e.V. Manuela König war schnell klar, dass die Theater-Geschenke an der richtigen Stelle angekommen waren, denn die Fragen der Schüler waren nicht nur sehr zahlreich, sondern auch tief.

An dieser Stelle bedankt sich das WaldNetzWerk bei den Schulen für die hervorragende Mit-Organisation vor Ort sowie bei der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. für die finanzielle Unterstützung.

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Unterwegs als NetzWerker:
Kräuterexperten beim Weingut Albrecht-Kiessling

Wo Netzwerker unterwegs sind, treffen sie immer wieder auf andere NetzWerker…und genau so ist die Aktion bei „Violas Afterwork“ im April entstanden. Bei einer WaldNetzWerk-Veranstaltung im letzten Jahr erstmals in Kontakt getreten, war schnell klar, dass auf beiden Seiten die Türen für eine Zusammenarbeit offen waren. Draußen sein, Nachhaltigkeit leben, mit der Natur arbeiten, aber vor allem auch das Herzblut, mit dem Dinge angepackt werden…das waren die Gemeinsamkeiten, die in eine „Nachhaltigkeits-Veranstaltung“ mündeten. So war es geplant…

Doch noch bevor diese Veranstaltung durchgeführt werden konnte, war die Anfrage des Weingutes da, doch auch bei einer anderen Veranstaltung zusammenzuarbeiten. Violas Afterwork des Weingutes Albrecht-Kiessling am Fuße des Wartbergs in Heilbronn bietet einmal im Monat Weingenuss unter einem bestimmten Thema an und im April sollte das Thema Wildkräuter im Mittelpunkt stehen. Fachlich versiert sind im WaldNetzWerk einige Referenten…darunter auch Carolin Friedrich und Manuela König, die sich seit Jahren ganz praktisch mit Wildkräutern beschäftigen. Genau so war auch das Angebot vor Ort am Afterwork-Abend: die Duftbar präsentierte frische Kräuteraromen, dicke Kräutersträuße machten die Vielfalt der Frühlingskräuter in der Natur deutlich und Infos rund ums Kräuter sammeln und zur Verwendung konnten direkt eingeholt werden… Das Kräuterwissen war auch Basis für die Auswahl der Kräuterköstlichkeiten, die natürlich alle im Weingut selbst hergestellt wurden. Und für alle gab es eine knackige Einführung in das Thema Wildkräuter, ihre Vielfalt und Frühlingsenergie.

So konnten an diesem Abend mehrere hundert Menschen erreicht werden, die Lust auf inhaltsreichen Genuss hatten und dabei das WaldNetzWerk hautnah kennen lernen konnten… So macht Netzwerken noch mehr Spaß!

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Brackenheim feiert die Flatterulme

Es ist ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Stadt Brackenheim: die Pflanzung des „Baum des Jahres“ am Baumspazierpfad im Wiesental. Jedes Jahr findet dort rund um den offiziellen Tag des Baumes (21. April) die öffentliche, aber familiäre Feierstunde zu Ehren des „Baum des Jahres“ statt, bei der verschiedene Akteure eingebunden sind, die ein kurzweiliges zum Thema passendes Programm gestalten.

Fünfzehn Minuten vor der Veranstaltung wurde es geschäftig am Baumspazierpfad – in Gruppen kamen die Gäste und Baumfreunde zum Treffpunkt und bevölkerten die bereitgestellten Sitzgelegenheiten und Stehtische, informierten sich an der bunten Infotafel zur Flatterulme, dem Baum des Jahres 2019, und tauschten sich aus. Die Kinder des Brackenheimer Waldkindergartens stimmten sich auf der Wiesenfläche auf ihren großen Auftritt ein und eine zweite Kindergartengruppe kam aufgeregt am Ort des Geschehens an…die Spannung für die Kinder stieg merklich. Die letzten Handgriffe wurden erledigt, und Frau Blach vom Theodor Heuss Museum – Organisatorin der Veranstaltung – begrüßte die Beteiligten und Überraschungsgast Ulrich Burr von der SDW.

Die Feierstunde hat ihr Ritual und beginnt alljährlich mit den Grußworten der Stadt, die in diesem Jahr Herr Kaiser als Stellvertreter des Bürgermeisters hielt, der nicht nur seinen Dank an alle Beteiligten überbrachte, sondern auch auf die Verbindung der Baumpflanzaktion zum großen Sohn der Stadt Brackenheim, Theodor Heuss, hinwies und die Flatterulme als wenig bekannte Baumart ankündigte. Nach dieser Einführung und den Grußworten des Stellvertretenden SDW-Vorsitzenden, Herrn Burr, kamen endlich die Kinder zum Zuge:

Mit einem Lied führten die Kinder der Flohkiste in die Thematik Wald ein, ehe die Kinder des Waldkindergartens Waldwichtel ein eigens für diesen Tag geschriebenes Theaterstück aufführten. Es entstand aus den Erlebnissen und Fragen der Kinder, als sich die Gruppe mit den Themen Insekten, Insektensterben und Vielfalt im Wald auseinandergesetzt hatte…alle Kinder übernahmen eine Rolle, die pantomimisch dargestellt wurde. Der Erzieher las die selbst geschriebene Geschichte vor, die von einer Flatterulme und den in ihr lebenden Schmetterlingen und Insekten handelte, die durch das Zutun eines Bauern nicht mehr überleben konnten. Ein Schmetterling kam bei einem Erkundungsflug an einem anderen Ort vorbei, wo alles noch passte…es gab Schmetterlinge, Insekten, Flatterulmen und vernünftige Menschen. Und die Kinder spielten ihre Rollen: Schmetterlinge, Rehe, Flatterulmen…alle waren da! Und der Applaus war riesig…

Das offizielle Pressefoto zur Baumpflanzung war schnell gemacht, so dass der forstliche Einsatz kommen konnte. Mit der Präsentation der Flatterulme stellte sich der neue Revierleiter Simon Zoller bei der Bevölkerung vor. Er übernahm damit die Tradition seines Vorgängers Stefan Krautzberger, die jeweilige Baumart in unterhaltsamer Art und Weise zu beschreiben. Mit Bildern und Anschauungsmaterial baute er eine Brücke zur Flatterulme und machte damit auch Werbung für die besonderen Baumarten, die meist in einzelnen Exemplaren im Wald zu finden sind.

Beim abschließenden gemütlichen Miteinander wurden die offenen Fragen beantwortet und das Netzwerken nahm seinen Lauf.

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Familien pflanzen Bäume

Bäume hatten und haben eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Eine persönliche Beziehung haben am letzten März-Samstag über 50 kleine und große Menschen aufgebaut, indem sie im Stadtwald Bad Rappenau ihren persönlichen Baum bzw. Bäume gepflanzt haben.  Enkelkinder mit ihren Großeltern, Eltern mit ihren Kindern oder die komplette Großfamilie, auch befreundete Familien…es hat sich eine bunte Mischung an Baum- und Waldfreunden getroffen, um ihre ganz eigene Anlaufstelle im Wald zu gestalten. Alle waren gespannt, wie es wohl werden würde…das war zu spüren…und hatten ein Anliegen: die Bäume sollen dauerhaft stehen bleiben dürfen…

Nach dem kurzen Spaziergang in den Frühlingswald ging es nicht sofort ans Baumpflanzen, schließlich waren einige Punkte noch offen: Wie groß sind die Bäume und welche Baumarten werden gepflanzt? Wie findet man seinen Baum wieder und wie funktioniert die Pflanzung?
Zwei dicke, alte Eichen am Wegesrand waren als erste Station Anschauungsobjekt, wie groß der Abstand zwischen den Bäumen sein muss, wenn sie auch nach vielen Jahren noch stehen sollen. Dies war auch die Erklärung der Abstände der Stickel auf der Pflanzfläche. Nun galt es die Baumart zu wählen – zur Auswahl standen: Eiche, Elsbeere, Speierling, Flatterulme – der Baum des Jahres – sowie ein paar Schwarznüsse. Als Entscheidungsgrundlage wurden die Baumarten mit Bildern von Blättern, Blüten, Früchten usw. und ihrem Holz vorgestellt…und die familieninternen Absprachen konnten erfolgen. Nachdem Artur Hofmann die wichtigen Punkte zur Pflanzung erklärt hatte, ging es auf zur Pflanzfläche, wo man sich an den Stickeln orientieren konnte…und die Gruppen suchten ihre Stelle(n) aus, wo ihr Baum/Bäume stehen sollte und erledigten die Pflanzung gewissenhaft. Anschließend wurden noch die Holzschilder gestaltet und an den Stäben angeschraubt. Die Familien ließen sich Zeit an Ihren Bäumen und genossen diese Momente, ehe sie sich verabschiedeten…natürlich mit der Versicherung, schon bald wieder zu kommen und nach dem Baum zu schauen. Alle wissen, es ist Natur mit oft harten Bedingungen und es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Bäume die Umstellung von der „Wellnessoase Baumschule in die harte Realität“ schaffen. Ein neuer Wald in bunter Mischung ist entstanden, der durch Naturverjüngung noch komplettiert wird…

Es war eine unglaublich stimmungsvolle Aktion mit dynamischer Ruhe, viel Freude, Lebenslust, Optimismus und Frieden…

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In Heilbronn ist 2019 das Jahr der BUGA und auch das WaldNetzWerk ist mit dabei:

Das zweite BUGA-Wochenende stand ganz im Zeichen der Motorsägenkunst. Aus einem Stück Eiche hat Motorsägenkünstler Micha Reichert an zwei Tagen ein großartiges Kunstwerk gezaubert…

 

Vom 19.  bis  22. April fand ganztags die Ausstellung Insektenvielfalt im ZukunftsWald statt. Klein, oft unscheinbar bevölkern Insekten den Wald. Schaut man genau hin, haben diese kleinen Bewohner des Waldes Großartiges zu bieten: filigrane Strukturen, außergewöhnliche Baupläne, besondere Farben und Formen… Auch der ZukunftsWald bietet Lebensraum für diese formenreiche Tierklasse.
Die Fotoausstellung mit Makro-Aufnahmen von Marny Lüders machte es möglich, den kleinen Waldbewohnern direkt Auge in Auge gegenüberzustehen und über sie zu staunen…